Am Anfang muss man sich erst an die Denkweise der Cacher gewöhnen… wo könnte der Owner den Cache versteckt haben oder wo ist der Hinweis für die nächste Station versteckt? Da wir ja auch noch blutige Anfänger sind und uns aber Tag für Tag mehr in das Hobby Geocaching hineinleben, beschlossen meine Freundin und ich am Ostersonntag einen nahe gelegenen 3 Sterne Schwierigkeits-Cache zu heben.
Für alle, die mit der Sterne-Wertung nichts anzufangen wissen: Es gibt für jeden Cache zwei Wertungen von jeweils fünf Sternen (mit halben Sternen als Abstufung). Die eine Wertung ist die Schwierigkeitswertung (wie komplex sind die Aufgaben und wie gut die Verstecke), die andere ist das Terrain (wie viel Kondition ist notwendig, sind die Wege befestigt usw.). Über diese Wertungen ist auf einen Blick erkennbar, woran man bei einem Cache ist – so ist eine 1/1 Wertung ein Zeichen dafür, dass der Cache-Owner hier ein leichtes Versteck in gut zugänglichem Terrain gewählt hat. Die sogenannten Extremcaches mit 5/5 oder knapp darunter, sind dann nur den Profi-Cachern vorbehalten, die das Schlauchboot als Standardausrüstung im Rucksack haben (kein Witz, es gibt wirklich Caches, bei denen ein Boot benötigt wird).
Aber zurück zu unserem Osterausflug: 3 Sterne erschienen uns durchaus realistisch, dass wir den Cache finden könnten, daher ging es auf in den Amiwoid!
Das Gebiet kenne ich ein wenig aus meiner Kindheit und durch häufiges vorbeifahren mit dem Auto, dennoch war mir nie bewusst, wie groß dieser Wald eigentlich ist. Bei den angegebenen Parkkoordinaten angekommen stellten wir das Auto ab und peilten auch gleich eifrig mit dem GPSr los. Ein wenig unsicher, ob ich alles richtig gemacht habe, gingen wir zu den errechneten Koordinaten und suchten nach dem ersten Hinweis. Nach rund 30 Minuten wurden wir schon ziemlich mürbe und lasen uns die Logs nochmals durch, denn oftmals findet man vor Ort in den Einträgen immer nochmal einen Hinweis auf das Versteck. Plötzlich rief meine Freundin, dass sie es gefunden hätte und tatsächlich! Wir waren um eine Erfahrung reicher, denn bisher kamen wir mit dieser Art von Versteck nicht in Berührung, jetzt wussten wir aber, worauf wir uns bei dieser Runde einzustellen hatten. Station 2 ging dann sehr flüssig und so ging es auf zur gefürchteten Station 3. Hier hatte ich vorab schon gelesen, dass viele Cacher Schwierigkeiten mit dem Rätsel und dem finden des Hinweises hatten – wir machten uns also auf das Schlimmste gefasst. An den Koordinaten angekommen fanden wir nach 5 Minuten den Hinweis und lösten das Rätsel in weiteren 5 Minuten, mann waren wir stolz!
Die nachfolgenden Stationen stellten für alle anderen scheinbar keine echte Hürde dar, doch wir suchten bei Station 4 rund 45 Minuten, bis wir entmutigt abbrachen und den Weg in Richtung Auto antraten. Wir diskutierten über mögliche Verstecke und plötzlich sagte ich etwas, was meine Freundin aufgriff und mich praktisch mit der Nase auf das Versteck stieß! Wir also wieder zurück und prompt hatten wir die Koordinaten für Station 5. Dort suchten wir rund 15 Minuten bis wieder meine Freundin (mein Gott, was hätte ich nur ohne sie gemacht!) die Koordinaten für die nächste Station fand. Wegen einbrechender Dunkelheit und immer schlimmer werdender Kälte (wir waren immerhin schon 3,5 Stunden unterwegs, obwohl wir nur ‘ne kleine Runde machen wollten) brachen wir dort die Suche nach rund 20 Minuten ab.
Am nächsten Tag waren wir dann wieder angestachelt und gingen zurück zu den letzten Koordinaten und scheinbar hatten wir am Vortag einfach Tomaten auf den Augen, denn nach nur wenigen Minuten rief meine Freundin wieder und zog den “Regular” aus seinem Versteck!
Insgesamt ist Amiwoid ein wirklich toll gemachter Cache, bei dem Anfänger sich zwar manchmal ein wenig schwer tun, im nachhinein aber einiges dazu gelernt haben – wo man nicht überall Koordinaten hinterlassen kann, unglaublich! Der Rundgang in dem Wald in der Nähe von Eching ist gerade bei schönem Wetter sicherlich einen kleinen Ausflug wert und wer sich nicht ganz so blind anstellt, der schafft die Runde sicher in ca. 2 Stunden!
Und, wie wars heute? Bin schon gespannt!